Die Restaurierung des Innenraumes der Elisabethkirche in Marburg beginnt Mitte Oktober 2021

Zwei internationale Expertenkommissionen haben sich dafür entschieden, die ursprüngliche Farbigkeit des Kirchenraumes aus dem 13. Jahrhundert wiederherzustellen. Die letzte Restaurierung des Innenraums liegt über 80 Jahre zurück.

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Anhand der Musterfläche kann man sich einen Eindruck von der neuen Raumwirkung machen.
Die Musterfläche im Hohen Chor zeigt sowohl die angestrebte „neue“ und gleichzeitig bauzeitliche Fassung, daneben sind die stark verschmutzten Wand- und Gewölbeflächen zu sehen.

„Die Raumwirkung der Elisabethkirche in Marburg wird nach der Restaurierung eine andere sein“, sagt Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. „Wir werden die bauzeitliche Raumfassung rekonstruieren, deren rosa Grundton mit weißem Fugennetz die Kirche sehr viel heller erscheinen lassen wird. Wie in der ursprünglichen Fassung aus der Erbauungszeit der Kirche werden die den Raum gliedernden Elemente in Weiß und Ocker abgesetzt werden, so dass wir uns wieder einen Eindruck davon machen können, wie die Menschen des 13. Jahrhunderts die gerade fertiggestellte Elisabethkirche wahrgenommen haben.“ Die Experten begründen ihre Entscheidung mit den selten gut erhaltenen, großflächigen Befunden aus der Entstehungszeit der Kirche. Sie ermöglichen eine bessere und detailliertere Orientierung als alle anderen Fassungen aus nachfolgenden Jahrhunderten.
Die Elisabethkirche in Marburg gehört zu den ältesten und bedeutendsten gotischen Kirchenbauten in Deutschland und diente auch als Grablege der heiligen Elisabeth. Von ihrer mittelalterlichen Ausstattung sind zahlreiche Elemente, wie z. B. die gotischen Verglasungen im Chor, der steinerne Hochaltar, der Lettner, das Elisabethmausoleum und der Elisabethschrein sowie Altäre und Skulpturen erhalten.

Die Planung der Maßnahme übernimmt der Landesbetrieb Bau und Immobilien in Hessen (LBIH), die fachliche Verantwortung tragen das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und die Bauberatung die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Als Gebäudeeigentümer ist der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden in Marburg, dessen Mitglied die Elisabethkirchengemeinde ist, an allen Entscheidungen beteiligt. Finanziert wird die Sanierung durch das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Kultusministerium.

Die Kosten von 6,7 Millionen Euro trägt das Land Hessen. Die dreijährigen Arbeiten sollen im Herbst beginnen. Ein Teil der Kirche kann währenddessen weiter genutzt werden. Besucherinnen und Besucher können sich schon jetzt in der Kirche ein Bild von der ursprünglichen Farbigkeit machen und sich auch im Rahmen von Kirchenführungen über die geplante Maßnahme informieren.

Kontakt: Küsterstube der Elisabethkirche
Tel. 06421/65573
Internetseite: http://www.elisabethkirche.de