Die Planerrunde für die Unionskirche Idstein traf sich einige Zeit nach der Sanierung ein weiteres Mal - kontinuierliche Pflege und Wartung beugt Schäden vor

2017 wurde die Unionskirche nach fünf intensiven Jahren der Sanierung feierlich wieder eingeweiht und im selben Jahr wurde die Evangelische Kirchengemeinde mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis geehrt. Am 02.04.2019 kam nun die Planerrunde ein weiteres Mal zusammen, um die Entwicklungen seit 2017 zu besprechen. Die Mitglieder der Planerrunde freuten sich, nach so langer Zeit wieder zu sehen.

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Einige letzte Aufgaben
In Absprache mit dem LfDH wird überlegt, wo die Plaketten des Hessischen Denkmalschutzpreises und der Haager Konvention aufgehängt werden können.

Zwei Jahre nach Abschluss der Sanierungsarbeiten waren Dr. Verena Jakobi und Elena Mittelfarwick vom Landesamt für Denkmalpflege erneut in Idstein bei einem Treffen in der evangelischen Kirchengemeinde Idstein. Während der Sanierungen entstand eine enge Zusammenarbeit zwischen der Kirche und dem Landesamt. Umso freudiger war das Wiedersehen der Planerrunde aus etwa 10 Mitgliedern. Zur Planerrunde gehören der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Wolfgang Cremer, die Küsterin der Kirche, Eva Häring-Neumann, Artur Wagner vom Kirchenvorstand, Daniel Macholz, bauleitender Architekt, Peter Weller-Plate, der die Gemälderestaurierung betreute, Knut Faust von der Landeskirche Kurhessen-Waldeck und weitere Personen.

Das Thema des Treffens waren die Entwicklungen seit der letzten Zusammenkunft der Planerrunde. Ein wichtiger Punkt war der gewünschte Sonnenschutz für die Orgel der Kirche. Ziel ist es, die Strahlung der Sonne um 80% zu reduzieren. Es folgte ein Erfahrungsaustausch über die erst zwei Jahre alte Heizung. Einige kleine Restarbeiten wie neue, schlichte Deckenleuchten im Seitenschiff sind noch offen und wurden ebenfalls besprochen. Herr Weller-Plate berichtete von im letzten Jahr entdeckten Indizien auf Holzschädlinge, von denen glücklicherweise bisher aber kein weiterer Befall entdeckt werden konnte. Dennoch entschied sich die Runde für eine Überwachung mittels Pheromonfallen.

Um sich ein Bild von den oben skizzierten Punkten zu machen, begab sich die Runde in die Kirche, wo auch Annette Schröder von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für eine abschließende Projektbesichtigung hinzukam. Herr Macholz fasste knapp die Entwicklungen seit 2011 zusammen. Bei der ersten Begehung hatte man einen massiven Schwammbefall im Innern der Kirche gefunden. Auch die Mauern waren extrem durchfeuchtet und mussten trocken gelegt werden. Herr Macholz berichtete auch von den ehemals gerosteten Halterungen der Deckengemälde und der Werkstatt, die sich während der Sanierung mitten in der Kirche befand, um die Gemälde unmittelbar vor Ort restaurieren zu können.  Auch eine Innen- und Außensanierung wurde durchgeführt.  Des Weiteren betonte Herr Macholz, die Maßnahmen seien nur durch die Förderung vom Bund, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz möglich gewesen. Aber auch die Gemeinde beteiligte sich rege und rief zu vielfältigen Spendenaktionen auf.

Den Abschluss der Begehung rundete der Organist ab, indem  er sein Können auf der Orgel bewies.

„Für uns ist es sehr wichtig, eine Maßnahme nicht nur während der Sanierungs- bzw. Restaurierungsdauer zu begleiten, sondern auch in der Zeit danach“, sagten Verena Jakobi und Elena Mittelfarwick. Denn oft stelle sich erst im Laufe der Zeit heraus, dass noch Nachbessserungsbedarf bestehe. Durch eine kontinuerliche und behutsame Bauüberwachung ließen sich kostspielige Generalsanierungen oft vermeiden. Wichtig sei es, Schäden so bald wie möglich auf den Grund zu gehen und rechtzeitig Maßnahmen zu ihrer Behebung zu ergreifen. 

Die evangelische Pfarrkirche beeindruckt besonders mit ihrer barocken Inneneinrichtung und den zahlreichen, mittlerweile restaurierten, Gemälden an den Wänden und der Decke. 2013 wurde die Kirche durch das Denkmalpflegeprogramm des Bundes zum Denkmal von nationaler Bedeutung ernannt und trägt das internationale Schutzzeichen für Kulturgut nach der Haager Konvention.

Mittlerweile ist die Kirche wieder geöffnet und zieht zahlreiche Besucher an. Und durch Kindergartenführungen oder Führungen von Grundschülern lernen schon die kleinsten Mitglieder der Gemeinde die Schönheit der Kirche kennen. In der Regel stehen die Türen der Kirche tagsüber für alle Interessierten von ca. 9 Uhr bis 16.30 Uhr offen.

A. Ganz, Praktikantin, Bau- und Kunstdenkmalpflege