Denkmäler verstehen und vermitteln

Seit Januar 2022 unterstützt Katharina Marschall im Rahmen ihres Volontariats die Bau- und Kunstdenkmalpflege in Wiesbaden. Die studierte Kunsthistorikerin bringt zusätzlich zu ihrer denkmalpflegerischen Expertise ein reiches Wissen um historische Handwerkstechniken in ihre neuen Aufgaben mit. „Ich freue mich, in meinem Volontariat an interessanten Projekten teilhaben zu dürfen und die vielfältigen Arbeitsbereiche der Denkmalpflege intensiver kennenlernen zu können“, berichtet Marschall.

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Foto. Portrait der Kunsthistorikerin Katharina Marschall vor dem Biebricher Schloss in Wiesbaden.
Die Kunsthistorikerin Katharina Marschall verbindet historisches Handwerk, praktische Denkmalpflege und moderne Vermittlungsarbeit.

„Historische Bauwerke sind wichtige Anker in unserer Gesellschaft“, beschreibt Marschall die Bedeutung ihrer Profession. „Sie prägen das Stadt- oder Landschaftsbild, schaffen Identität und tragen Geschichte(n) in sich, die mithilfe der Denkmalpflege bewahrt werden können.“
Ihren Weg in die Denkmalpflege fand Marschall nach ihrer Schulzeit während eines vom Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst (ijgd), Jugendbauhütte Hessen-Marburg angebotenen Freiwilligen Sozialen Jahres auf Schloss Fasanerie in Eichenzell. Neben den Grundlagen der Denkmalpflege sammelte sie dort auch erste Erfahrungen in historischen Handwerkstechniken. Diese Verbindung von Denkmalpflege und Handwerk begleitet Marschall bis heute.

Noch vor ihrem Kunstgeschichtsstudium absolvierte sie eine Ausbildung zur Holzmechanikerin und auch im Studium fokussierte sie sich neben der Architektur auf das Kunsthandwerk. Ihre Masterthesis widmete Marschall den Bewertungsmöglichkeiten historischer Bauwerke. In all dieser Zeit arbeitete die Denkmalpflegerin nicht nur weiterhin auf Schloss Fasanerie, sondern wirkte auch aktiv in der Vermittlung denkmalpflegerischer Grundlagen an FSJler mit. Sie sammelte zudem Erfahrungen in der musealen Vermittlung und Archivarbeit, sowohl auf Schloss Fasanerie als auch in den verschiedensten Museen. Das wichtige Element der Vermittlung sieht Marschall auch in ihrer neuen Aufgabe. „Ich finde es sehr spannend, Bauwerke zu erforschen. Dabei ist es jedoch ebenso wichtig, diese Erkenntnisse für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen, denn Denkmäler können aus vielfältigen Gründen einen Denkmalwert in sich tragen.“ Ihr Volontariat gibt Marschall nun die Möglichkeit, all diese Interessen und Facetten der Denkmalpflege in ihrer neuen Tätigkeit zusammenzuführen.

Wir freuen uns über die Verstärkung der Bau- und Kunstdenkmalpflege und heißen Katharina Marschall herzlich in Wiesbaden willkommen!

Lars Görze M.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen
28.01.2022