Das Treppenhaus des Bolongaropalastes in Frankfurt – Höchst

Das repräsentative Treppenhaus befindet sich im Haupteingang des Bolongaropalastes in Frankfurt-Höchst. Die dreiläufige Anlage mit Holzstufen und -wangen besitzt ein kunstvoll gearbeitetes schmiedeeisernes Geländer und erschließt die Prunkräume im ersten Obergeschoss.
Treppenhaus im Haupteingang des Bolongaropalastes in Frankfurt - Höchst
Treppenhaus im Haupteingang des Bolongaropalastes in Frankfurt - Höchst

„Durch das Spiel verschiedener Materialien und Farben und dem Gegensatz von Schlichtheit und Verspieltheit zieht das Treppenhaus im Zentrum des Gebäudes die Aufmerksamkeit auf sich“, sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.

Treppen erforderten grundsätzlich die Bewegung eines Betrachters, sie leiteten den Blick und verliehen dem Gehen Struktur und Rhythmus. Mit jedem Schritt eröffneten sie neue Perspektiven. Auch im Bolongaropalast sei das Treppenhaus das konstruktive Nadelöhr, von dem aus sich das Gebäude mit seinen Außenanlagen erkläre.

Die spätbarocke Dreiflügelanlage des Bolongaropalastes wurde 1772-1780 für den Tabakfabrikanten J. M. M. Bolongaro, vermutlich nach einem Entwurf von J. J. Schneider, in Frankfurt-Höchst erbaut. Die gesamte Anlage umfasst neben dem Palast einen Terrassengarten, Zwillingspavillons und eine Futtermauer gegen den Main. Zeitgenössische Interieurs wie Stuck, Malereien, Tapeten und Mobiliar sind im Inneren des Palastes noch heute erhalten.

Harzenetter verwies auf den Forschungszweig der Treppenkunde oder Scalalogie, die 1951 durch Friedrich Mielke, Professor für Denkmalpflege an der TU Berlin ins Leben gerufen worden sei und auch künstlerische, literarische und philosophische Aspekte der Treppenforschung beleuchte.

Mit den Bildern unseres Kalenders 2017 stellen wir Ihnen eine Auswahl von zwölf eindrucksvollen Treppen aus unterschiedlichen Materialien und Erbauungszeiten in Hessen vor. Die Fotos dokumentieren die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten eines der interessantesten architektonischen Gestaltungselemente überhaupt.

Wir verfügen noch über eine kleine Restauflage des Kalenders. Interessenten können sich den Kalender kostenfrei an unserer Zentrale abholen. Kontakt: Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Schloss Biebrich, Rheingaustraße 140, 65203 Wiesbaden; Tel: 0611-6906-0; K.Bek@denkmalpflege-hessen.de

Text: Catherine Kreuzer, M.A. wissenschaftliche Volontärin bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten / Dr. Katrin Bek, LfDH