Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen an der TU Darmstadt

Um Studierenden der Technischen Universität Darmstadt einen Einblick in die Arbeit und die Techniken der Denkmalpflege in Hessen zu ermöglichen, kooperiert das Landesamt für Denkmalpflege Hessen in diesem Semester erstmalig mit der Hochschule.

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Innenrenovierung der Erbacher Evangelischen Kirche
Innenrenovierung der Erbacher Evangelischen Kirche

Heinz Wionski, Landeskonservator, hofft, dass diese Kooperation es „den Studierenden ermöglicht, von den praktischen Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen zu profitieren, um so ihr Interesse und ihre Begeisterung für die Denkmalpflege zu fördern“. Die konkrete Auseinandersetzung mit dem Bestand und vorgefundenen (stadt-)räumlichen Situationen bestimme den Alltag von Architekten und Denkmalpflegern gleichermaßen. Deshalb sei es wichtig, Studierende schon während des Studiums mit den Aufgaben und Fragestellungen der Denkmalpflege vertraut zu machen.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist eine Ringvorlesung mit Vorträgen und Exkursionen für Studierende der Architektur, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen grundsätzliche Fragen und Problematiken ihres jeweiligen Fachgebietes erläutern. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, referierte einführend zur Denkmalpflege als kulturelle Praxis. Jan Viebrock, Justiziar im Landesamt für Denkmalpflege Hessen sprach über das Denkmalschutzrecht. Auch der Umgang mit unbequemen Denkmälern – wie etwa Relikten des Nationalsozialismus – ist Thema einer Vorlesung. Weitere Vorträge beschäftigen sich mit wegweisenden Einzelprojekten wie der interdisziplinär begleiteten Dachsanierung des Geisenheimer Doms, der Sanierung des Neurathhauses in Alsfeld oder der Entwicklung des Kirchenhügels in Groß-Gerau. Weitere Themenfelder sind Denkmäler der Industrie und Technik sowie die Denkmalerfassung am Beispiel der Neuen Künstlerkolonie Rosenhöhe in Darmstadt oder des Schlosses und des Schlossparks in Bad Emstal-Riede.

Abgerundet wird das vielfältige Angebot für die Studenten durch mehrere Exkursionen so zum Beispiel zur laufenden Welterbenominierung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt.

Koordiniert wurde das Projekt von Dr. Jennifer Verhoeven, Stabsstelle Koordination UNESCO-Welterbestätten, Landesamt für Denkmalpflege Hessen.

Das Landesamt für Denkmalpflege hofft, die Kooperation mit der TU Darmstadt in den kommenden Jahren fortsetzen zu können, um Studierenden auch weiterhin Einblicke in die Praxis der Denkmalpflege zu gewähren und sie frühzeitig für die Bewahrung des kulturellen Erbes in Hessen zu sensibilisieren.

L. Görze (Praktikant) Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege