Architektur als Spiegel der Zeiten

Seit Juni unterstützt Moritz Röger die Abteilung für Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege am Standort in Wiesbaden als wissenschaftlicher Volontär. Gerade die Vielfallt der Aufgaben - von der architekturhistorischen Erforschung der einzelnen Objekte über die praktische Denkmalpflege bis zur Vermittlungsarbeit - hat sein Interesse für die denkmalpflegerische Arbeit geweckt.

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Portrait Moritz Röger
Unterstützt seit Juni die Bau- und Kunstdenkmalpflege: Moritz Röger

„Die gebaute Umwelt gehört zu den prägendsten Einflüssen auf unseren Alltag und sie kann uns gleichzeitig von den Lebensrealitäten, Wünschen und Vorstellungen vorangegangener Generationen erzählen.“ Es ist dieser prägende und erzählende Charakter, der sein Interesse an der Architektur weckte, berichtet Moritz Röger. Den Reiz der Denkmalpflege macht für ihn dabei gerade die Vielfalt der hessischen Kulturdenkmäler aus und damit auch die Vielfalt der mit ihnen verbunden Aufgaben aus.

Geboren und Aufgewachsen ist Moritz Röger im Ruhrgebiet, wo er schon früh mit den die Region prägenden Baudenkmälern der Industrie in Berührung kam, die ihn noch bis heute begeistern. Moritz Röger studierte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main Kunstgeschichte, Soziologie und Politikwissenschaften, wobei er schnell einen besonderen Schwerpunkt auf architekturhistorische und architekturtheoretische Fragestellungen mit einem Fokus auf das 19. und 20. Jahrhundert setzte. Als Ko-Kurator der Ausstellung „Die immer neue Altstadt. Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900“ im Deutschen Architekturmuseum setzte er sich intensiv mit der städtebaulichen Entwicklung Frankfurts und Fragen der Rekonstruktionsarchitektur auseinander. Neben den architektonischen und städtebaulichen Entwicklungen, die bis heute Frankfurts Stadtbild prägen, weckten dabei auch der in ihnen sichtbar werdende gesellschaftliche Wandel sein Interesse. Zuletzt arbeitete Moritz Röger als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunsthistorischen Institut der Goethe-Universität in Frankfurt am Main in einem interdisziplinären Verbundprojekt mit dem Titel „Architekturen des Ordnens. Praktiken und Diskurse zwischen Entwerfen und Wissen.“ Hier sollten, aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven, architektonische Praktiken der Ordnungsherstellung untersucht werden.

„Ich freue mich nun besonders auf die praktischen Einblicke in die denkmalpflegerische Arbeit während des Volontariats, aber auch auf neue und spanende Impulse für die architekturhistorische Forschung“, sagt Moritz Röger.

02.08.2022