Als neue Bezirkskonservatorin ist Dr. Maria Wüllenkemper für die Bau- und Kunstdenkmäler in Frankfurt zuständig

„Gerade in einer von kulturellen Unterschieden und stetem Wandel geprägten Stadt wie Frankfurt ist Denkmalpflege ein wichtiges Thema“, sagte Dr. Maria Wüllenkemper (45) mit Verweis auf die vielfältige und interessante Geschichte der Stadt.

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Dr. Maria Wüllenkemper im Foyer des Biebricher Schlosses
Ein Schwerpunkt der Arbeit Wüllenkempers ist die Vorbereitung und Begleitung bundes- und landeseigener, städtischer, kirchlicher sowie herausragender privater Bauvorhaben.

Zusammen arbeiten
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Vorbereitung und Begleitung bundes- und landeseigener, städtischer, kirchlicher sowie herausragender privater Bauvorhaben. Auf die intensive Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt der Stadt Frankfurt und anderen städtischen Ämtern freut sie sich. „In denkmalrechtlichen Planungsprozessen können gute Ergebnisse nur durch eine verlässliche Kommunikation und gemeinsam verabredete Ziele erreicht werden.“ Das Bewusstsein für die historische Dimension von Gebäuden und die Entwicklung der Stadt zu schärfen und zu fördern ist ihr dabei besonders wichtig.     

Kontinuierliche Beratung und Begleitung
Wüllenkemper freut sich auf die Begleitung der bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen an der Paulskirche, am Frankfurter Hauptbahnhof und am Bolongaropalast in Höchst. Weitere wichtige Themen seien die kontinuierliche  Betreuung der städtebaulich bedeutsamen 20er Jahre Siedlungen aus der Ära Ernst May und der Römerstadt  sowie die Begleitung des Prozesses zur Errichtung eines neuen Justizgebäudes im Gerichtsviertel. Angesichts des großen Investitionsdrucks in der Stadt gelte es, die Umwandlung von Miet- in hochwertige Eigentumswohnungen besonders in den beliebten Gründerzeitvierteln zu begleiten und die Eigentümer für die Besonderheiten der Gebäude zu sensibilisieren. Auch die Privatisierung von Häusern in Arbeitersiedlungen sei ein wichtiges Aufgabenfeld. Hier gelte es, die Eigentümer von der Bedeutung des einheitlichen Erscheinungsbildes zu überzeugen. „Denn nur, wenn es uns gelingt, die räumliche Gesamtwirkung des Ensembles auf Dauer zu erhalten, profitieren letztlich alle davon – denn das Ganze ist es, das den Wert des einzelnen Gebäudes ausmacht und sichert.“

Zur Person
Maria Wüllenkemper hat ein Studium der Kunstgeschichte, Neueren und Neuesten Geschichte sowie der englischen Literaturwissenschaft an der Universität Regensburg und dem University College Galway in Irland absolviert. Nach ihrer Promotion an der Universität Regensburg über den Münchner Jugendstilkünstler und Werkbundmitgründer Richard Riemerschmid absolvierte sie ab 2005 ein Volontariat in der Außenstelle Marburg des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Anschließend war sie zunächst in der Inventarisation – der systematischen Erfassung der Kulturdenkmäler – tätig und übernahm dann als Bezirkskonservatorin die Betreuung des Werra-Meißner-Kreises und des Landkreises Kassel. Neben der Seminarleitung in der Architektenfortbildung in der Propstei Johannesberg in Fulda betreute sie seit 2011 den Wetteraukreis, Stadt und Landkreis Fulda und seit 2013 die Stadt Wiesbaden.

Wüllenkemper ist die Nachfolgerin von Heinz Wionski, der die Stadt Frankfurt seit 2013 betreut hat und sich nun ganz seinen Aufgaben als Leiter der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege widmen wird. Maria Wüllenkemper ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Denkmalpflege in Frankfurt – Daten und Fakten
Im Frankfurter Stadtgebiet gibt es ca. 4000 Einzelkulturdenkmäler. Etwas mehr als doppelt so viele Gebäude sind darüber hinaus Bestandteil einer Gesamtanlage. Dazu kommen ca. 1600 archäologische Denkmale, die oberirdisch in der Regel unsichtbar sind. 152 Objekte, ausschließlich Einzelkulturdenkmale, sind zusätzlich gemäß der Haager Konvention geschützt.

Grundlage des denkmalpflegerischen Alltags ist die Denkmaltopografie. Der Band Frankfurt am Main erschien 1986 und in einer überarbeiteten Auflage 1990. Sonderbände sind die 1999 erschienene Denkmaltopografie des Hauptfriedhofs sowie ein im Jahr 2000 erschienener Ergänzungsband zur Denkmaltopografie mit Kulturdenkmälern der 50er und 60er Jahre im Jahr 2000, sowie der 2008 erschienene Band zu den Stadtteilfriedhöfen, der 2012 erschienene Band zu den Hochbunkern und dem 2013 erschienenen Band zu den Nachkriegskirchen. Grundlage der Erstellung von Denkmaltopografien ist ein Beschluss der Kulturministerkonferenz von 1980, nach dem die bundesweite Inventarisation von Kulturdenkmälern auf der Grundlage von Rahmenrichtlinien zu erfolgen hat.

Dr. Katrin Bek, Presse-und Öffentlichkeitsarbeit, Bau- und Kunstdenkmalpflege