„Schätze aus dem Schutt“ eröffnet

Am vergangenen Donnerstag wurde im Dommuseum in Frankfurt die Ausstellung „Schätze aus dem Schutt“ zu 800 Jahren St. Leonhard feierlich eröffnet. Vor ca. 250 Gästen sprachen unter anderem Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker zur Bedeutung der Kirche für die Stadt und Museumsdirektorin Dr. Bettina Schmitt über die Höhepunkte, Herausforderungen und Entstehungsgeschichten der Ausstellung. Der Andrang war dabei so groß, dass die Veranstaltung zusätzlich auf eine Leinwand übertragen wurde.

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Die Beweinungsgruppe zog immer wieder interessierte Gäste an.
Die Beweinungsgruppe zog immer wieder interessierte Gäste an.

Schmitt bedankte sich in ihrer Eröffnungsrede bei allen Kooperationspartnern der Ausstellung, ohne die dieser gewaltige Akt nicht zu stemmen gewesen wäre. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen unterstützte die Ausstellung unter anderem konzeptionell sowie inhaltlich mit Begleittexten und der Bestückung von Vitrinen, die nicht nur die Objekte selbst zeigen, sondern „in denen wir auch deren Entstehungsprozesse nachvollziehen können“, erklärte Schmitt. Diese Aspekte waren auch Kuratorin Dr. Verena Smit wichtig. „Nur wenn wir verstehen, welche Techniken eingesetzt wurden, können wir die Werke richtig restaurieren“, so die Kuratorin.

Nach der Eröffnungsveranstaltung konnten sich die Gäste zum ersten Mal einen Eindruck der Ausstellung machen, die sowohl mit ihrer Gestaltung, als auch mit der Vielzahl an Funden zu überzeugen wusste. „Es ist so gut wie alles gefunden worden, was man sich vorstellen kann“, erklärte Bürgermeister Becker. Nur ein Goldschatz sei leider nicht unter den Funden gewesen. Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, zeigte sich sichtlich zufrieden mit der Eröffnung der Ausstellung. „Die vielen interessieren Gäste zeigen uns deutlich, wie wichtig es ist, dass Denkmalpflege und Restaurierung für die Menschen erlebbar und begreifbar ist“, so Harzenetter.

Eines der Highlights der Ausstellung ist die Beweinungsgruppe, eine Tonfigurengruppe die aus 63 Fragmenten wieder zusammengesetzt wurde. Die Tonfigurengruppe hatte es auch Schmitt angetan. „Eines der schönsten Werke der Ausstellung verdanken wir dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen“, freute sich Schmitt bei der Eröffnung. Der Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, Dr. Martin Hoernes führte aus, wie wichtig es für die Stiftung sei, die Restaurierung von Kunstwerken zu fördern. Gerade die Tonfigurengruppe zeige dies deutlich, denn der problematische Erhaltungszustand der Fragmente habe zunächst nur einzelne Fachleute erkennen lassen, dass man ein Kunstwerk vor sich habe, das nun mit Exponaten bedeutender nationaler und internationaler Museen vergleichbar sei. Auch in der Ausstellung selbst bildeten sich immer wieder Menschengruppen um das Exponat. Christine Kenner, Leiterin der Restaurierungswerkstatt der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege am Landesamt für Denkmalpflege, merkte an: „Die Beweinungsgruppe ist ein großer Gewinn für Frankfurt. Dass sie bei der Ausstellungseröffnung so gut aufgenommen wurde freut uns sehr, weil es verdeutlicht, wozu solch aufwendige Restaurierungen dienen.“

Neben der Beweinungsgruppe selbst zeigt die Ausstellung einen vom Landesamt in Auftrag gegebenen Film von Wolfgang Würker (Paolo-Film Frankfurt), welcher die Restaurierungder Beweinungsgruppe dokumentiert und deren Bedeutung wiedergibt. Den Film „Scherben im Schutt“ können Sie zusätzlich auch hier betrachten.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Seite des Dommuseum und in der Begleitpublikation „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“.

Lars Görze, Landesamt für Denkmalpflege Hessen