Neue Wege zu den Kelten

Auf der verschneiten Dornburg eröffnete am 10.12.2021 der Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen e. V. den neuen „Keltenweg“ im Landkreis Limburg-Weilburg. An insgesamt sieben Stationen erwarten interessierte Wanderer nicht nur neue Infotafeln zu den Kelten auf der Dornburg, sondern auch zu weiteren spannenden Themen wie dem Eisstollen und der Hildegardiskapelle. Die Abteilung hessenARCHÄOLOGIE unterstützte das Projekt mit fachlicher Beratung.

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Eröffnung des Rundwanderweges - v.l. Dr. Sandra Sosnowski, Hubert Hecker, Joachim Habel, Andreas Höfner.
Eröffnung des Rundwanderweges - v.l. Dr. Sandra Sosnowski, Hubert Hecker, Joachim Habel, Andreas Höfner.

Der Vereinsvorsitzende des Kultur- und Geschichtsvereins Frickhofen e.V., Hubert Hecker, begrüßte die versammelten Gäste und die Presse vor zwei der neuen Infotafeln auf dem Dornburg-Plateau. Hecker skizzierte den Werdegang des Projektes und betonte die Wichtigkeit der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Museums- und Kulturverein Wilsenroth e.V., der bereits vor dem Keltenweg mit eigenen Infotafeln über das Vermächtnis der Kelten informierte, sowie dem Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Frickhofen. Der Blasius-Steig des VVV Frickhofen sollte die Vorlage zum neuen Keltenpfad bieten und erweiterte diesen zudem um die Infotafeln zu den nicht-keltischen Attraktionen wie dem Eisstollen. Das Interesse an den Kelten durchzog alle Beteiligten. „Wir sind hier eine Keltenregion, ein Keltenland“, schmunzelte Hecker.

Das Oppidum auf der Dornburg

Das Plateau der Dornburg wurde bereits seit dem 6. Jahrhundert von den Kelten besiedelt und war gut befestigt. Ein Depotfund mit zahlreichen Eisenfunden, verbunden mit der massiven Befestigung, weist die Dornburg als späteisenzeitliches Oppidum aus. Den Begriff „Oppidum“ kennen wir von Julius Cäsar; er bezeichnet im Lateinischen eine Befestigung, genauer eine befestigte Stadt.

Keltenjahr 2022

Die Idee des Wanderweges präsentierte der Verein bereits bei einer früheren Ausstellung zu den Kelten, die nun zum Keltenjahr 2022 neu aufgelegt wird. „Der Keltenweg ist praktisch eine Fortsetzung unserer Ausstellung“, berichtete Joachim Habel vom Kultur- und Geschichtsverein. Er ermöglichte den Anwesenden einen Einblick in die Inhalte der neuen Infotafeln und erläuterte die Entdeckungsgeschichte der keltischen Besiedlung. Das umfangreiche Wissen zu den Kelten sammelte Habel bereits seit seiner Kindheit. Als Prof. Dr. Helmut Schoppa, der erste hessische Landesarchäologe, in den 1960er Jahren eine der wichtigen Grabungen auf der Dornburg unternahm, schaute der damals achtjährige Habel bereits staunend zu. Das Interesse und die Expertise zu den Kelten teilt sich Joachim Habel mit seinem Cousin Klaus Habel, der ebenfalls federführend am Projekt Keltenweg beteiligt war, der Eröffnung jedoch leider nicht beiwohnen konnte.

Unterstützung durch die Gemeinde

Die Begeisterung für die Kelten auf der Dornburg lobte der Bürgermeister der gleichnamigen Gemeinde, Andreas Höfner. Die Gemeinde unterstütze das größtenteils aus Fördermitteln finanzierte Projekt mit weiteren Zuschüssen – eine Förderung, die mit LEADER-Mitteln zur Stärkung des ländlichen Raumes bis auf die EU-Ebene geht. Höfner dankte allen Beteiligten, die trotz pandemiebedingter Verzögerungen und einem engen Zeitplan das Projekt nicht aufgaben. „Es ist ein wirklich vorzeigbares Projekt umgesetzt worden“, freute er sich.

Bürgerschaftliches Engagement

Das Lob des Bürgermeisters teilte auch Bezirksarchäologin Dr. Sandra Sosnowski, die die Arbeiten des Vereins mit fachlicher Kompetenz begleitete. Sosnowski betonte, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement von Vereinen wie dem Kultur- und Geschichtsverein Frickhofen e.V. für die Vermittlung der Archäologie in der Bevölkerung ist. Eine Vermittlung, die der Verein zum Keltenjahr mit seiner Ausstellung weiter ausbauen wird.

Nicht nur die Vermittlung zu den Kelten auf der Dornburg geht voran, zur Freude des Vereins konnte Sosnowski auch weitere Nachforschungen auf der Dornburg in Aussicht stellen. „Die Dornburg ist von großer Bedeutung für das Verständnis der eisenzeitlichen Siedlungsprozesse in Hintertaunus und Westerwald.“, stellte die Bezirksarchäologin fest. Daher wird im kommenden Jahr die hessenARCHÄOLOGIE durch zwei Archäologen das Gebiet mit systematischen Begehungen und Prospektionen weiter erforschen lassen. Die Geschichte der Kelten auf der Dornburg ist noch keinesfalls vollständig geschrieben.

Lars Görze M.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen
10.12.2021