UNESCO-Welterbe

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Wall und Graben des Limes im Taunus
Wall und Graben des Limes im Taunus

Wie bei allen Kulturgütern beruht auch beim Limes jeglicher Schutz auf der Bereitschaft der beteiligten Anrainer. In Ihrer Verantwortung liegt die Abwägung zwischen wirtschaftlichen oder verkehrstechnischen Vorteilen eines Planungsvorhabens und seinen Nachteilen für betroffene Denkmäler. Sensibilität ist gefordert, aber gleichzeitig auch die Wahrung der Interessen derer, die vor Ort leben und arbeiten.

Der Schutz eines so ausgedehnten Objektes wie dem Limes kann keine „Käseglocke“ sein. Dafür ist sein Verlauf zu stark eingebunden in das Siedlungsgefüge der heutigen Kulturlandschaft und damit untrennbarer Teil ihrer beständigen Fortentwicklung geworden. Häufig sehen Kommunen und Kreise die Betreuung des Limes jedoch eher als Verpflichtung und weniger als Chance. Die Ansprüche an Landschaftsplaner, Sachverständige und Bauherren, negative Beeinträchtigungen an Bodendenkmalen auszuschließen, sind generell hoch. Aber bei jedem Eingriff in den Limes oder die ihn unmittelbar umgebende Landschaft sind zuerst Lösungen anzustreben, die der Rolle oder der Erfahrbarkeit nicht schaden, die dem Limes innerhalb seiner Umgebung heute noch zukommt. Je hochkarätiger das Denkmal einzustufen ist, desto mehr Rücksichtnahme ist geboten. Das kann so weit gehen, zunächst auch wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen, um das archäologische Potential eines Platzes zu erhalten. Denn auch die Substanz eines Bodendenkmals ist langfristig Faktor einer gesamtwirtschaftlichen Kostenrechnung.

Das Weltkulturerbe steht unter dem besonderen Schutz des Landes (§ 3 HDSchG). Bodendenkmalpflegerisch wird dieser innerhalb der Denkmalfachbehörde in einem eigenen Sachgebiet „UNESCO-Weltkulturerbe Limes“ durch die archäologische Denkmalpflege wahrgenommen.