Der Limesentwicklungsplan Hessen

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Konserviertes Bad des Kastells Kleiner Feldberg
Konserviertes Bad des Kastells Kleiner Feldberg

Der Umgang mit der römischen Reichsgrenze in Hessen

Hessen legte als erstes der vier Bundesländer, durch die der 550km lange Limes in Deutschland verläuft, einen Leitfaden für den Umgang mit der von der UNESCO zum Welterbe ernannten, 153 km langen Grenzanlage auf seinem Gebiet vor. Am 7. Juli 2005 wurde der von der Hessischen Landesarchäologie erarbeitete, mit den Landkreisen und Kommunen, Naturschutzverbänden, Naturparks und Forstbehörden sowie mit privaten Denkmalbesitzern abgestimmte Limesentwicklungsplan der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Leitfaden listet zunächst die einzelnen baulichen Anlagen des Limes - Wall, Graben, Turmstellen, Kastelle und deren Umgebung - in ihrem derzeitigen Bestand auf. Darauf aufbauend werden Maßnahmen vorgeschlagen, die zur Aufwertung dieser historischen Zeugnisse beitragen. Sie betreffen den Schutz und die Pflege, die wissenschaftliche Erforschung sowie die didaktische Vermittlung im Gelände und in den Museen.

Der Limesentwicklungsplan Hessen steht mit seinen Vorschlägen somit im Einklang mit dem von der UNESCO geforderten Managementplan, der auch Bestandteil des erfolgreichen Aufnahmeantrages in die Liste des Welterbes ist.

Schutz

Je nach örtlichen Gegebenheiten und Ursachen werden verschiedene Anregungen zur Vermeidung von Beschädigungen und zur Bewahrung des Denkmals gegeben.

So können Schäden durch natürliche Erosion oder Bewuchs mit entsprechenden, dem jeweiligen Objekt angemessenen Abdeckungen oder durch vorbeugende Pflegemaßnahmen im Umgriff der Anlage verhindert werden.

Bei allen Vorhaben, die eine Gefährdung durch Baumaßnahmen nach sich ziehen könnten, ist im Vorfeld der Planungen durch den frühzeitigen Einbezug der archäologischen Denkmalpflege die Möglichkeit gegeben, mit den Trägern öffentlicher Belange zufriedenstellende Lösungen für alle Beteiligten zu finden.

Als langfristige Maßnahmen zur Vorbeugung von Zerstörungen werden Vorschläge gemacht, wie sich Umwandlungen in der bisherigen (landwirtschaftlichen) Nutzung von Flächen mit Denkmalbestand, z. B. durch Übernahmen in öffentliches Eigentum, realisieren lassen.

Forschungen

In enger Abstimmung mit den anderen Bundesländern werden am Limes auch weiterhin Forschungen angestellt werden, um den Kenntnisstand über das Bodendenkmal zu verbessern. Zerstörungsfreien Untersuchungsmethoden, wie z. B. der Luftbildarchäologie oder geophysikalischen Prospektionen, wird dabei der Vorzug gegeben. Ausgrabungen aus wissenschaftlichen Erwägungen werden gezielt und auf kleine Bereiche beschränkt vorgenommen. Aber auch bereits bekannte Ergebnisse früherer Grabungen gilt es unter neuen Aspekten zu überprüfen und gegebenenfalls bislang angenommene historische Erkenntnisse zu korrigieren. Bei unvermeidlicher Zerstörung aus übergeordneten Gründen, z. B. dem Straßenbau, sichert vorab eine wissenschaftliche Ausgrabung durch die Archäologische Denkmalpflege zumindest die größtmögliche Information über das Denkmal.

Die Dokumentation der Befunde und die sachgemäß geborgenen Funde stehen anschließend der Forschung und schließlich der Präsentation in den Museen zur Verfügung.

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