Archäologisches Zentraldepot

Für die Gegenwart erforschen - für die Zukunft bewahren

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Zentraldepot

Im Zentraldepot der hessenARCHÄOLOGIE sind in hohen Regalen unzählige Belegstücke aus der hessischen Vor- und Frühgeschichte magaziniert. Scherben von Keramikgefäßen sind darunter, auch Geräte aus Stein und manch Werkzeug und Waffe aus Bronze oder Eisen.
 
Alle diese Objekte geben Einblicke in mehr als 100.000 Jahre hessischer Geschichte.  Noch älter sind die ebenfalls hier aufbewahrten interessanten paläontologischen Funde.
 
Jede Woche gelangen neue Fundstücke in das Zentraldepot. Die meisten stammen aus Ausgrabungen, die im Vorfeld der zahlreichen Bauvorhaben während des gesamten Jahres durchgeführt werden. Andere Funde wurden vielleicht zufällig bei einem Spaziergang aufgelesen – oder sogar beim Graben im Gemüsebeet entdeckt. Die aufmerksamen Finder haben die Gegenstände im Landesamt für Denkmalpflege abgegeben, damit sie identifiziert und verzeichnet werden können.
 
Im Depot angekommen, werden alle Objekte zunächst registriert und im Fundeingangsdepot auf Paletten zwischengelagert. Besonders empfindliche Funde oder Fundstücke aus sehr vergänglichen Materialien (wie Reste von Textilien, Hölzern oder ähnliches) kommen direkt in die Obhut der Archäologischen Restaurierungswerkstätten.
 
Die eigentliche Erfassung der Fundkomplexe im Depot ist aufwendig. Dazu gehören das Sortieren und Reinigen der Funde, die digitale Inventarisation, das Anfertigen von Fotos, das  Verpacken und Beschriften der Objekte, schließlich das Einlagern in den standardisierten Regalsystemen.  Diese systematische Fundverwaltung ermöglicht heute den schnellen Zugriff auf zahllose archäologische Komplexe aus ganz Hessen.
 
Das inventarisierte Material liegt dann aber keineswegs im Dornröschenschlaf in den langen, hohen Regalreihen. Ganz im Gegenteil: Das Zentraldepot ist eine Stätte der lebendigen Forschung. Kollegen aus dem eigenen Hause oder von anderen wissenschaftlichen Einrichtungen sind hier häufig zu Gast, um Studien direkt an den Objekten zu betreiben. In Kooperation mit der hessenARCHÄOLOGIE entstehen zurzeit fast 20 akademische Abschlussarbeiten an Universitäten in Deutschland und dem benachbarten Ausland über hessische Fundstellen und Funde. Fast alle basieren auf Material aus dem Zentraldepot der hessenARCHÄOLOGIE.
 
Hessische Fundstücke sind aber auch  als Leihgaben für nationale und internationale Ausstellungsprojekte sehr gefragt, etwa unlängst bei großen Keltenausstellungen in London und Edinburgh.
 
Die erfolgreiche Depotarbeit wird nur durch einige Wermutstropfen beeinträchtigt. Die personelle und die technische Depotausstattung sind noch unzureichend. Es fehlen wesentliche technische Einrichtungen für die zeitgemäße Fundbetreuung und -verwaltung. Zudem sind die zentralen Restaurierungswerkstätten und das Zentraldepot räumlich getrennt, was viele tägliche Arbeitsprozesse erschwert. Aber auch hier arbeiten wir mit Nachdruck an Verbesserungen!

Ansprechpartnerin: Katharina von Kurzynski M. A., Katharina.vonKurzynski@lfd-hessen.de