"Wandelndes Blatt"

Ein lebendes Fossil - 48 Mio. Jahre altes "Wandelndes Blatt" aus dem UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel beschrieben.

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Erstfund der neuen Wandelnden-Blatt-Spezies Eophyllium messelensis (Wedmann, S. et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, 104(2): 565-569) im Vergleich zu einem Rezentexemplar.
Erstfund der neuen Wandelnden-Blatt-Spezies Eophyllium messelensis (Wedmann, S. et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, 104(2): 565-569) im Vergleich zu einem Rezentexemplar.

Frau Dr. Sonja Wedmann (Leiterin der Sektion Paläoentomologie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung) gelang die Entdeckung eines hervorragend erhaltenen Fossils eines "Wandelnden Blattes" aus den 48 Mio. Jahre alten Ablagerungen des ehemaligen Maars von Messel.

Es handelt sich um den weltweit ersten und bisher einzigen Fossilfund eines "Wandelnden Blattes" und zugleich um den Holotypus der neuen Art Eophyllium messelensis, welcher von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen beschrieben wurde (Wedmann, S. et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, 104(2): 565-569). Die Angehörigen dieser Unterfamilie der Gespenst- oder Stabheuschrecken ahmen mit ihrem Körper Blätter nach, um sich vor Fressfeinden zu tarnen. Aus der großen Ähnlichkeit mit den heutige lebenden "Wandelnden Blättern" lässt sich ableiten, dass die Tiere sich wohl bereits im Eozän so verhalten haben wie ihre rezenten Verwandten, welche tagsüber bewegungslos auf den Pflanzen sitzen, und nur bei Störungen ihren Körper leicht schwingend hin- und herbewegen "wie ein Blatt im Wind".