Exzellenter Neufund einer unbekannten Vogelart aus dem UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel

Dem Senckenberg-Grabungsteam ist im Juni 2021 ein Ausnahmefund gelungen: Aus den ca. 48 Millionen Jahre alten Ölschieferschichten wurde ein exzellent erhaltenes Fossil einer bislang unbekannten Vogelart geborgen. Das etwa kohlmeisengroße Exemplar hat einen gebänderten Schwanz und einen kompakten, kurzen Schnabel.

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Neufund im UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel: Ein Fossil einer bislang unbekannten Vogelart in exzellenter Erhaltung.
Neufund im UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel: Ein Fossil einer bislang unbekannten Vogelart in exzellenter Erhaltung.

Funde von fossilen Vögeln sind im UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel eigentlich keine Seltenheit: Über 70 Arten und viele hunderte Einzelfunde wurden bereits aus den Gesteinsschichten geborgen. „Der neue, außergewöhnlich gut erhaltene Fund der uns bisher unbekannten Vogelart zeigt, dass wir dennoch weit davon entfernt sind, die Artenvielfalt in der Vogelwelt Messels vollständig erfasst zu haben“, erläutert Dr. Gerald Mayr, Ornithologe am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt.

Das Grabungsteam unter der Leitung von Frau Dr. Sonja Wedmann von der Senckenberg Forschungsstation Grube Messel hat das etwa kohlmeisengroße Vogelfossil während der aktuellen Grabungskampagne im Juni 2021 in den Ölschiefern gefunden. „Wir freuen uns natürlich über jeden der circa 500 dokumentierten Fossilfunde der diesjährigen Grabung, aber der Vogel ist – neben einigen isolierten Knochenschuppen eines kleinen Krokodils, einer schönen Blüte und einer ungewöhnlich vollständig erhaltenen Libelle – ein echtes Highlight!“, so Grabungsleiterin Wedmann.

„Für eine abschließende Bestimmung des Fossils ist es noch zu früh. Sicher erscheint aber, dass diese Art bislang noch nicht aus Messel bekannt ist“, erklärt Mayr und fährt fort: „Besonders ist das Fossil zum einen durch seine sehr geringe Größe, sowie aufgrund des kompakten und kurzen Schnabels und der ungewöhnlich guten Erhaltung des Gefieders.“ Die Bänderung des relativ langen und breiten Schwanzes ist auf eine Überlieferung des dunklen Pigmentes Melanin zurückzuführen. Die ungewöhnlich gute Weichteilerhaltung ist das Markenzeichen der hessischen Fossillagerstätte.