Neufund eines mittelpleistozänen Deningerbären-Unterkiefers

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Neufund einer rechten Unterkieferhälfte (drei Zähne in Position: C, M2, M3) des Bären Ursus deningeri deningeri von Reichenau, 1904 aus den ca. 600.000 Jahre alten Mosbach-Sanden (Mittel-Pleistozän, Cromer-Komplex) des Steinbruchs "Ostfeld" (Wiesbaden).
Neufund einer rechten Unterkieferhälfte (drei Zähne in Position: C, M2, M3) des Bären Ursus deningeri deningeri von Reichenau, 1904 aus den ca. 600.000 Jahre alten Mosbach-Sanden (Mittel-Pleistozän, Cromer-Komplex) des Steinbruchs "Ostfeld" (Wiesbaden).

Im Zuge einer Regelbegehung frischer Abbautrassen innerhalb des aktiven Steinbruchs "Ostfeld" (Wiesbaden) wurde durch die Leitung der Paläontologischen Denkmalpflege eine rechte Unterkieferhälfte des Bären Ursus deningeri deningeri von Reichenau, 1904 geborgen.

Das Fossil stammt aus den fluviatilen Ablagerungen der ca. 600.000 Jahre alten Mosbach-Sande (Mittel-Pleistozän) des Cromer-Komplexes. Dieser ist nach einem englischen Fundort bei Cromer in Norfolk benannt und umfasst jeweils vier Warm- und Kaltzeiten.

Fossile Überreste einer Tierwelt, die an heutige Verhältnisse in Afrika erinnert, treten in Schichten zu tage, welche einer Warmzeit innerhalb des Cromer vor etwa 600.000 Jahren entsprechen. Ähnlich alt sind Sandablagerungen des Neckars in Mauer bei Heidelberg, in denen der "Unterkiefer von Mauer", das Typusexemplar des Homo heidelbergensis Schoetensack, 1908, zum Vorschein kam.