Reguläre Forschungsgrabungen in der Grube Messel starten am 03. Juni 2019

Mit neuem Regelwerk und moderner Technik ausgestattet beginnen am 03. Juni die Grabungen des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Neben Studierenden wird auch der Museumsverein Messel e.V. mit eingebunden sein. Darüber hinaus wird das Landesamt für Denkmalpflege Hessen tageweise mitgraben. Fachlich begleitet werden Forschungsgrabungen und Technikeinsatz zudem durch den neubesetzten „Wissenschaftlichen Beirat für die Grube Messel“.

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Einrichtung des „Topcon HiPer HR EPP-Paketes“ in der Grube Messel
2019 wird georeferenziert eingemessen: Einrichtung des „Topcon HiPer HR EPP-Paketes“ („Base-Rover-Konzept“) am 14. Mai 2019 im Grubenzentrum.

Um sowohl den dauerhaften Erhalt, wie zugleich auch weiterführende wissenschaftliche Forschungen in der Grube Messel zu ermöglichen, war im Jahr 2017 im Rahmen eines internationalen Kolloquiums zum zukünftigen Umgang mit der bedeutenden Weltnaturerbestätte Grube Messel von renommierten Forscherinnen und Forschern sowie Denkmalpflegerinnen und Denkmalpflegern eine Probegrabung empfohlen worden.

Am 08. Juni 2018 wurde diese von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), dem HLMD und der Paläontologischen Denkmalpflege der Abteilung hessenARCHÄOLOGIE (hA) des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (LfDH) gemeinsam durchgeführte Probegrabung innerhalb des bedeutendsten paläontologischen Bodendenkmals Hessens erfolgreich beendet. Mit großem Engagement haben die Teams der drei teilnehmenden Institutionen, bestehend aus insgesamt 19 Personen, bei dieser Probegrabung unterschiedliche Mess- und Dokumentationstechniken getestet und zugleich an mehreren Stellen mit deutlich verschiedenartiger Gesteinslagerung Grabungs- und Bergungsmethoden erprobt. Vor- und Nachteile der jeweiligen Vorgehensweise wurden von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern lebhaft und offen diskutiert, teilweise aber auch kritisch hinterfragt. In diesen positiven Austausch flossen gerade auch die in den letzten 40 Jahren gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse der seit langem in der Grube Messel tätigen Präparatorinnen und Präparatoren sowie Grabungstechnikerinnen und Grabungstechniker mit ein. Als Kernergebnis dieser konstruktiven Zusammenarbeit sind insbesondere die neuen „Grabungsdokumentationsrichtlinien für Grabungen innerhalb der eozänen Schwarzpelite des UNESCO-Weltnaturerbes Grube Messel“ zu nennen, welche am 01. Januar 2019 in Kraft traten. Die Richtlinie regelt die technischen sowie mechanischen Forschungseingriffe und dient als verbindlicher Leitfaden zur „State of the Art“-Dokumentation von Funden und Befunden, welche gewährleisten soll, dass der Nachwelt ein Höchstmaß an Informationen überliefert wird.
In diesem Zusammenhang finden nun auch modernste georeferenzierte bzw. tachymetrische Geländeeinmessungen innerhalb der Naturerbestätte statt, welche auf vielen paläontologischen Grabungen bereits seit längerer Zeit Standard sind. Diesem dringenden Bedarf wurde nun durch Anschaffung eines „Topcon HiPer HR EPP-Paketes“ („Base-Rover-Konzept“) entgegnet. Nach einer fundierten Einweisung in das System wurde die Vermessungstechnik im Mai 2019 innerhalb des Grubenareals eingerichtet.
Mit neuem Regelwerk und moderner Technik ausgestattet beginnen nun die regulären Forschungsgrabungen der Saison 2019.

Dr. J. Bohatý, Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Paläontologie