Probegrabung im Weltnaturerbe Grube Messel am 8. Juni erfolgreich beendet

Am 8. Juni wurde die von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt (HLMD) und der Paläontologischen Denkmalpflege der Abteilung hessenARCHÄOLOGIE des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (LfDH) gemeinsam durchgeführte Probegrabung in der Grube Messel, dem UNESCO-Weltnaturerbe und zugleich bedeutendsten paläontologischen Bodendenkmal in Hessen, erfolgreich beendet.

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Grabungsteam Messel 2018
Gruppenbild des Teams mit der Grabungsleitung Dr. S. Schaal, SGN (zweiter von links), PD Dr. T. Wappler, HLMD (mittig im Hintergrund) und Dr. J. Bohatý, LfDH (dritter von rechts vorne). Foto: A. Vogel (SGN).

Um sowohl den dauerhaften Erhalt wie zugleich auch weiterführende wissenschaftliche Forschungen in der Grube Messel zu ermöglichen, war auf dem vom 23.-24. November 2017 im HLMD durchgeführten Kolloquium zum zukünftigen Umgang mit der bedeutenden Weltnaturerbestätte von renommierten Forscherinnen und Forschern sowie Denkmalpflegerinnen und Denkmalpflegern aus dem In- und Ausland eine Probegrabung empfohlen worden.

Mit großem Engagement haben die aus insgesamt 19 Personen bestehenden Teams der drei teilnehmenden Institutionen bei dieser Probegrabung unterschiedliche Mess- und Dokumentationstechniken getestet und zugleich an mehreren Stellen mit deutlich verschiedenartiger Gesteinslagerung Grabungs- und Bergungsmethoden ausprobiert. Ziel war es, auf Grundlage der bestehenden paläontologischen Grabungs- und Dokumentationsrichtlinien des LfDH eigene für die Grube Messel gültige Richtlinien zu erarbeiten. Vor- und Nachteile der jeweiligen Vorgehensweise wurden von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern lebhaft und offen diskutiert, teilweise aber auch kritisch hinterfragt. In diesen positiven Austausch flossen gerade auch die in den letzten 40 Jahren gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse der seit langem in der Grube Messel tätigen museumstechnischen Assistentinnen und Assistenten mit ein. Bei den Arbeiten wurden Fragmente einer Fledermaus und eines Vogels sowie vollständige Fische geborgen. Dass auch 26.313, in ihrer geologischen und räumlichen Positionierung exakt erfasste Fisch-, Insekten- sowie Pflanzenreste listenmäßig erfasst und für spätere Auswertungen dokumentiert werden konnten, unterstreicht zugleich die wissenschaftliche Bedeutung der Arbeiten in der Grube Messel.

Die Grabungsleitung von SGN, HLMD und LfDH dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre konstruktive Zusammenarbeit.

Dr. J. Bohatý (Landesamt für Denkmalpflege Hessen), Dr. S. Schaal (Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt), PD Dr. T. Wappler (Hessisches Landesmuseum Darmstadt)