Hinter der Mahrheck

Geowissenschaftliche Grabung im Paläontolgischen Bodendenkmal „Hinter der Mahrheck“ zwischen den Gemarkungen Niedershausen und Obershausen der Gemeinde Löhnberg (LK Limburg-Weilburg)

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Der ca. 2.000 m2 große Schurf in der Flur „Hinter der Marheck“, zwischen Niedershausen und Obershausen (Gemeinde Löhnberg, LK Limburg-Weilburg).
Der ca. 2.000 m2 große Schurf in der Flur „Hinter der Marheck“, zwischen Niedershausen und Obershausen (Gemeinde Löhnberg, LK Limburg-Weilburg).

Unter der Leitung von Dr. Jan Bohatý (Sachgebietsleiter der Paläontologischen Denkmalpflege der hessenARCHÄOLOGIE, LfDH) [Projektnummern NFG 219/2014 und 184/2015], dem Institut für Biologiedidaktik der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie ehrenamtlicher Unterstützung, birgt die Gemeinde Löhnberg seit Juni 2014 ca. 393 Millionen Jahre alte Fossilien innerhalb eines ca. 2.000 m2 großen Schurfes auf der Flurböschung „Hinter der Mahrheck“ zwischen den Gemarkungen Niedershausen und Obershausen der Gemeinde Löhnberg (LK Limburg-Weilburg). Biostratigraphisch sind die aufgeschlossenen Lithologien dem mittleren Bereich der „Leun-Schiefer“ (höherer Bereich der Kondel-Unterstufe, Ober-Emsium, hohes Unter-Devon) zuzuordnen.

Bei diesem Sedimentgestein handelt es sich um gräulich-grünliche bis gelblich-ockerfarben verwitternde, siltige und fein laminierte Tonsteine ohne erkennbaren Karbonatgehalt. Die zahlreichen, in Positiv- und Negativerhaltung vorliegenden Fossilfunde schließen eine Kenntnislücke über das Ober-Emsium der Lahnmulde (rechtsrheinisches Rheinisches Schiefergebirge). Bei den Funden handelt es sich um die Skelettreste ehemals äquatornah lebender Meeresbewohner, welche wertvolle paläoökologische, paläobiologische und paläogeografische Erkenntnisse ermöglichen und die Kenntnis der Paläodiversität einzelner Faunengruppen erweitern. Besonders hervorzuheben sind hierbei Funde von Trilobiten, einer ausgestorbenen Klasse mariner Gliederfüßer (Arthropoda). Nachgewiesen werden konnten u. a. die Gattungen Scabriscutellum, Cyphaspis, Diademaproetus, Macroblepharum, Harpes, Barrandeops, Acanthopyge, Koneprusia, Kettneraspis und Leonaspis. Neben bislang unbekannten Taxa fanden sich im Zuge der Grabungskampagnen auch spektakulär bestachelte Individuen, u. a. der Gattung Koneprusia Prantl & Přibyl, 1949.