Methoden der Nachforschung

Bei der Erforschung unserer Bodendenkmäler geht es nicht um das Aufspüren vermeintlicher Schätze. Vielmehr suchen wir nach Wegen, die im Boden verborgenen Spuren unserer Vergangenheit auf vielerlei Weise zu erhalten, zu schützen und zu erforschen.

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Eine scheinbar wertlose Münze vom Acker.
Eine Münze vom Acker - auch sie kann ein wichtiges archäologisches Puzzleteilchen darstellen.

Alle Nachforschungen mit dem Ziel der Entdeckung von archäologischen und paläontologischen Bodendenkmälern bedürfen der Genehmigung (§ 22 HDSchG) durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Diese Genehmigung erfolgt im Rahmen einer Einzelfallprüfung und einem persönlichen Gespräch. Dies gilt besonders in solchen Fällen, in denen - zum Beispiel bei Feldbegehungen oder beim Einsatz einer Metallsonde - Funde aufgelesen oder mit der Sonde detektiert und aus dem Oberboden geborgen werden.

Nachforschungen ohne Verwendung einer Metallsonde
Als InhaberIn einer Nachforschungsgenehmigung nach § 22 HDSchG können Sie beispielsweise – in Absprache mit unserem Haus und mit Genehmigung des Grundstückeigentümers – Ackerflächen in ihrer Umgebung begehen und archäologische oder paläontologische Funde aufsammeln. Diese Funde melden Sie im Regelfall zum Ende des laufenden Jahres durch eine schriftliche (Schreiben oder E-Mail) Fundmeldung dem LfDH.

Nachforschungen mit Verwendung einer Metallsonde
Für den Einsatz einer Metallsonde bei Nachforschungen gelten in Hessen besondere Voraussetzungen. Denn diese Art der Suche führt verständlicherweise stets zu Bodeneingriffen, um Funde aus dem Oberbodenbereich zu bergen. Daher gibt es genaue Vorgaben für den Sondengebrauch:

  • Wer mit einer Metallsonde Nachforschungen anstellen möchte, muss zunächst ein Jahr lang Feldbegehungen ohne Detektor unternommen haben, um mit Funden und ihren möglichen Kontexten vertraut zu werden. Wie bei den Feldbegehungen ohne Sondeneinsatz werden zum Jahresende schriftliche Fundmeldungen abgegeben.
  • Das Sondengehen ist ausschließlich auf gepflügten Ackerflächen möglich, nicht aber in Wäldern oder auf Wiesen. 

Was die Eigentumsfrage im Hinblick auf Funde angeht: Lassen Sie sich nicht durch Halbwahrheiten und Falschbehauptungen aus dem Internet in die Irre führen. Archäologische und paläontologische Funde haben immer Eigentümer. Näheres regeln der § 25 HDSchG. Explizit illegal geborgene Funde allerdings werden mit ihrer Entdeckung Eigentum des Landes Hessen.

Nachforschungen in Gewässern, Einsatz eines Bergemagneten
Was die Metallsonde zu Lande, ist im Wasser der Bergemagnet. Beim so genannten Magnetfischen kann allerdings sowohl in ein Bodendenkmal eingegriffen werden, als auch ein bewegliches Kulturdenkmal durch den vollständig unkontrollierten Bergevorgang zerstört werden, ohne dass eine Dokumentation möglich ist. Das "Magnetfischen" gefährdet daher unsere Kulturdenkmäler und unterliegt somit ebenfalls der Genehmigungspflicht. Eine denkmalrechtliche Genehmigung kann daher grundsätzlich nur in ganz bestimmten Fällen erteilt werden, z. B. bei stark anthropogen überprägten Gewässern oder rezent angelegten Teichen. Alle anderen in Frage kommenden Belange, wie beispielsweise Gewässereigentum, Naturschutz oder öffentliche Sicherheit, werden nicht durch eine NFG unseres Hauses abgedeckt.