Illegale Ausgrabungen und Aktivitäten

Unter dem Begriff „illegale Nachforschungen“ versteht das Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) alle nicht genehmigten Aktivitäten, die geeignet sind, archäologische und paläontologische Bodendenkmäler zu gefährden.

Illegale Nachforschungen Artikelbild V2.jpg

Symbolbild Raubgrabung
V. l. n. r.: Ortstermin nach Hinweis auf Raubgrabung. - Spuren illegaler Wühlungen in einer archäologischen Ausgrabung. - Wiederverfülltes Loch in einer Wiese: Indiz für ungenehmigtes "Sondeln"

Durch gezieltes illegales Graben („Raubgrabung“) wird großer Schaden an dem im Boden verborgenen Kulturerbe verursacht. Doch nicht nur dadurch – auch das undokumentierte Einsammeln von Oberflächenfunden, das Herauswühlen von Fossilien in Steinbrüchen oder das ungenehmigte „Magnetfischen" in Gewässern nach Eisenfunden geht unserem kulturellen Erbe und damit auch unserer Identität im wahrsten Sinne „an die Substanz“. Besonders häufig ist leider die nicht genehmigte „Schatzsuche“ mithilfe eines Metalldetektors und die anschließende Bergung von Metallfunden aus dem Boden. Zumeist geht es dabei einzig und allein um das Sammeln von Funden, schlimmstenfalls um deren profitträchtigen, in diesem Fall illegalen Verkauf. Der hierdurch der Allgemeinheit entstehende Schaden ist nicht abzuschätzen: Fast immer werden archäologische und paläontologische Zusammenhänge zerstört, Funde aus ihrem Kontext gerissen und für alle Zeit ihrer Aussagekraft beraubt - stets ein ideeller, materieller und nicht zuletzt fachwissenschaftlicher Verlust.

Daher gilt:

  • Nachforschungen aller Art nach Bodendenkmälern gemäß § 2 Abs. 2 Satz 1 HDSchG bedürfen der vorherigen Genehmigung durch das LfDH - hessenARCHÄOLOGIE.
  • Wer Bodendenkmäler entdeckt, hat dies unverzüglich der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem LfDH - hessenARCHÄOLOGIE anzuzeigen (§ 21 Abs. 1 HDSchG).

Lassen Sie sich nicht durch reißerisch aufgemachte Schatzsuchervideos oder fragwürdige Informationen in den sozialen Medien oder im Internet irreführen: Ungenehmigte Nachforschungen und die Unterlassung der Fundmeldung sind Ordnungswidrigkeiten nach § 28 Abs. 1 Nr. 1 und 7 HDSchG. Das Einbehalten von nicht gemeldeten Funden stellt eine Unterschlagung zu Lasten des Landes Hessen dar (§ 246 Strafgesetzbuch – StGB).

Begeher und Sondengänger, die eine Nachforschungsgenehmigung des LfDH - hessenARCHÄOLOGIE besitzen, können diese auf Nachfrage vorweisen, sollten sie im Gelände darauf angesprochen werden. In Hessen ist das Sondengehen auf gepflügte Ackerflächen begrenzt. Falls Sie Sondengänger im Wald beobachten, handelt es sich daher mit hoher Wahrscheinlichkeit um Menschen, die ohne erforderliche Genehmigung tätig sind. Melden Sie bitte solche Beobachtungen den Denkmalschutzbehörden oder der nächsten Polizeidienststelle. Es kann hilfreich sein, wenn Sie sich z. B. auch KFZ-Kennzeichen notieren.

Illegale Nachforschungen werden in jedem Fall zur Anzeige gebracht und juristisch verfolgt. Sie können verschiedene Tatbestände mit z. T. erheblichen rechtlichen Folgen erfüllen:

  • Verstöße gegen das HDSchG (Bußgelder bis zu 500.000,- €)
  • bei gemeinschädlicher Sachbeschädigung, Diebstahl, Unterschlagung oder Hehlerei: Geld- oder Freiheitsstrafen
  • Einzug benutzter Tatwerkzeuge (Metalldetektoren, Grabungswerkzeug)
  • Beschlagnahme illegal geborgener Funde gemäß § 25 Abs. 1 S. 3 HDSchG
  • Schadensersatzforderungen bei Grabungsschäden
  • zivilrechtliche Klagen durch geschädigte Grundeigentümer
Hinschauen - nicht wegsehen!

Meldungen zu Schäden an Kulturdenkmälern und zu illegalen Nachforschungen nehmen entgegen: