Das digitale Kulturlandschafts-Informationssystem KuLaDig

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Kultur.Landschaft.Digital: Das rekonstruierte Großsteingrab bei Niederzeuzheim, Kr. Limburg-Weilburg in KuLaDig.
Kultur.Landschaft.Digital: Das rekonstruierte Großsteingrab bei Niederzeuzheim, Kr. Limburg-Weilburg in KuLaDig.

In Deutschland und seinen Nachbarstaaten wurden von verschiedenen Seiten zahlreiche Konzepte vorgelegt, wie die historisch gewachsene Kulturlandschaft wirksam geschützt werden kann. Es hat sich gezeigt, dass die gewohnten Steuerungselemente wie Landesentwicklungs-, Landschaftsrahmen- und Regionalpläne bis hin zur örtlichen Bauleitplanung dem enormen Verlustpotential nicht gerecht werden. Im Netz für öffentlich zugängliche Kulturlandschaftskataster bieten hier immense Vorteile und Synergieeffekte für das Land und seine Bürger: Bereits im Planungsvorfeld besteht eine erhöhte Planungssicherheit bezüglich der Kulturlandschaft und ihrer einzelnen Elemente, was die betreffenden Verfahren deutlich verkürzen kann. Indem der Datenbestand eines digitalen Kulturlandschaftskatasters auf verschiedenen Ebenen anderen Institutionen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, stellt ein solches eine moderne, vielgestaltige Informationsplattform für die Bürger und Bürgerinnen des Landes dar.

Das derzeit umfassendste und zugleich offenste System stellt das länderübergreifende digitale Kulturlandschaftskataster KuLaDig dar, an dem sich die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein beteiligen.

Seit 2011 sind zahlreiche hessische Datensätze System eingearbeitet worden, unter anderem im Rahmen des den Rheingau-Taunus-Kreis betreffenden Projekts Kulturlandschaftsschutz auf der kommunalen Ebene (KuLaKOMM, 2007–2011), aber auch auf Basis einer Kooperation mit der Fachhochschule Koblenz. Hinzu kommt eine Vielzahl von obertägig erfahrbaren Geländedenkmälern: etwa das UNESCO-Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes, Ringwallanlagen, Großsteingräber, Burgen und Kirchen sowie auch Museen und Einzeldenkmäler. Weitere Kooperationen bestehen mit den Universitäten Frankfurt a.M. und Kassel sowie dem Naturpark Bergstraße-Odenwald. Zusammen mit der Fachhochschule Wiesbaden ist eine Limes-App in Vorbereitung (2016). In einer eigenen Kartenebene können überdies INSPIRE-Datensätze angezeigt werden (Pilotprojekt Stadt Bad Homburg v.d.H., 2016). Der Planungsverband Frankfurt/Rhein-Main hat bereits 2003 mit der Erstellung eines ersten Kulturlandschaftskatasters für das Rhein-Main-Gebiet begonnen, dessen Daten ebenfalls in KuLaDig einfließen sollen.

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