Die sechste internationale Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE beendet die dritte Kampagne auf dem Glaubergplateau

Erfolgreich konnte Ende September die sechste Sommerakademie der Abteilung hessenARCHÄOLOGIE (LfDH) auf dem Glaubergplateau beendet werden. Im Fokus standen in diesem Jahr zwei mittelalterliche Gebäude- bzw. Hofstrukturen.

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Mittelalterlicher Keller mit noch nicht fertiggestelltem Boden.
Mittelalterlicher Keller mit noch nicht fertiggestelltem Boden.

In diesem Jahr standen mittelalterliche Gebäudestrukturen auf dem Glaubergplateua im Fokus der Untersuchungen. So wurden Teile eines Hofpflasters und des Hofeingangs mithilfe von Hacke, Schaufel, Kelle, Besen und Staubsaugern von über 30 Studierenden der Universitäten Winchester (GB), Gießen, Frankfurt und der Saxion Hogeschool in Deventer (NL) penibel in einer zweiwöchigen Kampagne freigelegt. Die anschließenden und umfangreichen Dokumentationsarbeiten wurden im Anschluß daran in kleinen Teams ausgeführt. 

Erste Ergebnisse
Neben zahlreichen Fundobjekten aus allen Epochen, die der Glauberg zu bieten hat, konnten neue spannende Ergebnisse bezüglich der stauferzeitlichen Stadtgründung auf dem Plateau gewonnen werden. So belegen Befundstrukturen, dass diese Gebäude, die mit Kachelöfen ausgestattet waren, trotz der noch nicht abgeschlossenen Bauphase bereits bewohnt wurden. In einem der untersichtigen Keller fand sich z.B. ein noch nicht fertiggestellter gepflasterter Kellerfußboden. Funde zwischen und unter den Pflastersteinen stammen aus der Spätphase dieser Siedlung. Dies gilt auch für den ebenfalls noch nicht fertig in den anstehenden Felsen eingebrochenen Keller des Nachbargebäudes. Die dort gefundenen Keil- und Hebellöcher belegen die noch andauernden Arbeiten am keller, obwohl in den Etagen darüber bereits gewohnt wurde.

Für die Rekonstruktion der Hofanlagen sind die gut erhaltenen Reste der mittelalterlichen Platz- und Wegepflasterung ein wichtiger Baustein. Zusammenfassend zeigt sich erneut, dass der Glauberg noch lange nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben hat.

Eine ausführliche Analyse und Vorstellung der Grabunsgergebnisse wird zu gegebener Zeit vorgelegt werden.

Danksagung
Für den engagierten Einsatz bedankt sich die hessenARCHÄOLOGIE und die Keltenwelt am Glauberg herzlich bei den ehrenamtlich arbeitenden Studierenden aus Winchester (GB), Deventer (NL) und Frankfurt a.M. (D), die an der 6. Sommerakademie 2018 teilgenommen haben.

Chr. Röder M.A., Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen e.V. (KAL)