Archäobotanische Untersuchungen

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Nass ausgesiebte Pflanzenreste aus Flussbettablagerungen im Bereich der mittellatènezeitlichen Holzbrücke (Grabungsfläche Q9 West über Befund 64).
Nass ausgesiebte Pflanzenreste aus Flussbettablagerungen im Bereich der mittellatènezeitlichen Holzbrücke (Grabungsfläche Q9 West über Befund 64).

In dem latènezeitlichen Flusslauf, der einst die Pfahljochbrücke und das Siedlungsareal „Auf der alten Burg“ verband, blieb unterhalb des Grundwasserspiegels reiches Pflanzenmaterial über mehr als 2000 Jahre hervorragend konserviert.

Die Auswertung von Früchten und Samen sowie Pollen und Sporen dieses einzigartigen Feuchtbodenarchivs bildet den Schwerpunkt der archäobotanischen Untersuchungen. Verkohlte botanische Reste aus Trockenbodenbefunden der Siedlungsgrabung werden die Analyse ergänzen.

Ziel ist es, einen Ausschnitt der lokalen Siedlungslandschaft in der Ohmniederung mit archäobotanischen Methoden zu erfassen und zu Vegetations- und Umweltbedingungen, zu landwirtschaftlichen Schwerpunkten sowie zu Ernährungsgewohnheiten der jüngereisenzeitlichen Bevölkerung auszuwerten.

Die außergewöhnlichen Funde von Tierdung sind Grundlage einer speziellen Untersuchung zu Vieh- und Grünlandwirtschaft der Latènezeit, die erstmals im Mittelgebirgsraum an onsite-Befunden durchgeführt werden kann.

An der wissenschaftlichen Bearbeitung arbeitet ein Archäobotanik-Team mit Dr. Ralf Urz, Fachbereich Geographie der Philipps-Universität Marburg, (Früchte und Samen), Dr. Astrid Stobbe, Institut für archäologische Wissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main (Pollen und Sporen) sowie Dr. Lucia Wick gemeinsam mit Dr. Marlu Kühn, Integrative Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie (IPNA) - Institut für Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie der Universität Basel, (Früchte/Samen, Pollen/Sporen aus Tierdungresten).