Archäobotanische Untersuchungen

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Verkohlte Getreidekörner zeigen sich in der Füllung einer ehemaligen Pfostenstandspur der Grabung Weimar-Niederweimar (Befund 5285).
Verkohlte Getreidekörner zeigen sich in der Füllung einer ehemaligen Pfostenstandspur der Grabung Weimar-Niederweimar (Befund 5285).

Reste ehemaliger Pflanzen, die in archäologischen Befunden erhalten blieben, bilden eine wichtige Informationsquelle zur Umwelt-, Wirtschafts- und Ernährungsgeschichte des Menschen in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Daher wurden seit Beginn der Grabungsarbeiten in der Kiesgrube Weimar-Niederweimar ausgewählte Befunde speziell für archäobotanische Großrestuntersuchungen beprobt.

So sind bis heute vor allem Früchte und Samen aus etwa 150 archäologischen Befunden isoliert worden. Dazu mussten rund 2200 Liter Sediment geschlämmt und ihre Rückstände ausgelesen werden.

Die archäobotanische Auswertung kann somit auf ein einmaliges Archiv überwiegend verkohlt erhaltener Pflanzenreste aus Siedlungsbefunden unterschiedlicher prähistorischer Zeitabschnitte und Kulturen zurückgreifen. Die Untersuchungsschwerpunkte umfassen das frühe Mesolithikum, das Alt- und Mittelneolithikum, den Bereich Endneolithikum/Frühbronzezeit, die Spätbronzezeit und die vorrömischen Eisenzeit sowie die frühe römische Kaiserzeit um Christi Geburt.

Ziel archäobotanischer Untersuchungen im Lahntal bei Niederweimar ist es, die Entwicklung der Umwelt und der Landwirtschaft zu rekonstruieren sowie die Bedeutung von Kultur- und Nutzpflanzen in unterschiedlichen Kulturen über einen Zeitraum von etwa 8000 Jahren zu analysieren.