Montanarchäologie

Der Bergbau reicht mit seinen Wurzeln weit bis in die Steinzeit zurück. Selbst Feuerstein wurde bereits mittels abgeteufter Schächten gewonnen – eine technische Leistung, die auch heute noch fasziniert.

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Beispiel eines Stolleneinbruchs im Altbergbaugebiet Hintertaunus.
Beispiel eines Stolleneinbruchs im Altbergbaugebiet Hintertaunus.

Viele der unterirdisch verlaufenden Stollensysteme stammen aus Zeiten ohne Buchführung und Vermessung, sodass die Bergämter bzw. deren Nachfolger, die Regierungspräsidien, heute keine Kenntnisse mehr über deren Verläufe haben. Wären die Stollen in großer Tiefe angelegt, würde dies obertägig keine Relevanz haben. Die vorgeschichtlichen und mittelalterlichen bergbaulichen Eingriffe galten aber den oberflächennah gelegenen erzführenden Gesteinsschichten. Die Stollen verliefen oft nur 10 bis 20 m unter der heutigen Oberfläche. Erosion, der Wechsel extremer Trockenheit mit tiefer Rissbildung im Boden und Starkregen führen zu immer häufigeren Brüchen in den alten Stollendecken. Hierbei sinkt der Oberboden bzw. das poröse Deckengestein in die Stollen ab und an der Oberfläche entstehen „Löcher“ und eingefallene „Gänge“ wie auf dem oben gezeigten Bild.

Besonders eindrücklich ist dies vielerorts in den Waldgebieten von Hessen. Für die tägliche Arbeit der Forstämter, aber auch für die Überplanung durch erneuerbare Energien wie Windkraftanlagen und deren Zuwegungen, ist die Kenntnis dieser nicht aktenkundigen Altbergbaue inzwischen von sehr großer Bedeutung

Besonders in Gebieten, die nie durch neuzeitlichen Bergbau geprägt waren, da das Erzvorkommen zu gering war, sind Hinweise auf Altbergbau überraschend. Die archäologische Denkmalpflege ist bestrebt, zukünftig Hinweise auf Altbergbau, der in Hessen bis in die keltische Zeit zurückreicht, auch mittels LIDAR-Scans nach und nach zu lokalisieren und zu inventarisieren. 
Dieser Datenbestand wird in Zukunft nicht nur planungsrelevant sein, sondern auch das Bild auf vergangene Kulturen und deren Aktivitäten in Hessen verändern.

Kennen Sie derartige Strukturen in Ihrer Umgebung? Gerne nehmen wir Ihren Hinweis dazu entgegen.

Ansprechpartnerin: Dr. Sabine Schade-Lindig, Sabine.Schade-Lindig@lfd-hessen.de