Die Restaurierung des Schlösschens Schönburg in Hofgeismar

Beim „Ortsgespräch“ am 28.04.2015 wurde das denkmalpflegerische Konzept vorgestellt.

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Blick in den Brunnentempel der ehemaligen Badeanlage
Blick in den Brunnentempel der ehemaligen Badeanlage

„Das Schlösschen Schönburg in Hofgeismar ist zweifellos ein herausragendes Baudenkmal des Kasseler Klassizismus“, sagte Dr. Roswitha Kaiser, Landeskonservatorin im Landesamt für Denkmalpflege Hessen anlässlich eines Ortsgespräches in Hofgeismar, bei dem sich die Konservatoren des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen über die aktuellen Sanierungen im Gesundbrunnen Hofgeismar informierten.  

„Es freut mich ungemein, den Fachkollegen ein derart bedeutsames Kulturdenkmal vorstellen zu können“, sagte Dr. Tobias Wolf, Bezirkskonservator im Landesamt für Denkmalpflege Hessen. „Ziel der Sanierung des Schlösschens ist es, die erhaltene klassizistische Bausubstanz zu sichern und deutlicher herauszustellen. Auf diese Weise soll es den künftigen Besuchern der evangelischen Akademie Hofgeismar möglich sein, die herausragende Architektur in ihrer ursprünglichen Schönheit als einheitliche Raumfolge erkennen und genießen zu können. Dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit der Bauabteilung der Landeskirche sind wir auf einem guten Weg und freuen uns jetzt schon auf das Ergebnis.“

Derzeit finden im Bereich des Gesundbrunnens umfangreiche Baumaßnahme der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zur Modernisierung und Sanierung der Bauten der Evangelischen Akademie in Hofgeismar statt. Kernbereich des Seminarbetriebes wird auch nach der Sanierung das Schlösschen Schönburg sein. Für seine Restaurierung stehen in diesem Jahr 90 000 € aus Denkmalmitteln des Landes Hessen zur Verfügung.

„Wir freuen uns, dass die Evangelische Kirche in Kurhessen und Waldeck die ursprünglich als Badeanlage geplanten Bauten auch nach ihrer Sanierung wieder als Akademie nutzen wird. Denn auf diese Weise kann der herausragende Charakter der Anlage als öffentlicher Ort gewahrt und von einer größtmöglichen Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern in der idyllischen Umgebung der historischen Parkanlage wahrgenommen werden.“   

Das Schlösschen Schönburg wurde zwischen 1787-90 durch Simon Louis du Ry als Lustschloss für Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel am Rande der ab 1701 in mehreren Bauphasen entstandenen mondänen Badeanlage des Gesundbrunnens errichtet. 1822/23 fand durch Johann Conrad Bromeis eine Erweiterung statt, auch wurde das Gebäude im Innern modernisiert. Aus dieser Zeit stammen das markante Treppenhaus, das in den Jahren 2010/11 mit Unterstützung des Landes Hessen restaurierte Badezimmer und die Deckenmalereien in zwei Eckräumen des Erdgeschosses erhalten. Seit 1952 ist das Schlösschen Sitz der Evangelischen Akademie.

Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen organisiert in regelmäßigen Abständen „Ortsgespräche“, um alle im Landesamt für Denkmalpflege tätigen Konservatoren, die Unteren Denkmalschutzbehörden über aktuelle Baumaßnahmen zu informieren. Vorgestellt werden Objekte von überregionalem Interesse, deren Restaurierung beispielhaft für andere Maßnahmen ist.