Das Denkmal als historisches Zeugnis

Es ist das unumstrittene Ziel der Bau- und Kunstdenkmalpflege, das, was den Wert eines Denkmals ausmacht, seine historische Aussage, möglichst unverfälscht zu erhalten. Dem steht in vielen Fällen der schlechte materielle Zustand entgegen.

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Instandgesetzte Hofanlage mit wiederaufgebautem Scheunendach
Instandgesetzte Hofanlage mit wiederaufgebautem Scheunendach

Wege der Konsolidierung bis hin zur im Idealfall stets begrenzten Erneuerung müssen immer wieder neu entwickelt und beschritten werden. Neben der Verpflichtung gegenüber dem geschichtlichen Prozess erhebt auch die Gegenwart ihre Ansprüche an die Denkmäler. Modernisierungen im Sinne besserer Nutzbarkeit werden verlangt. Die barrierefreie Erschließung ist grundsätzlich so wenig zu verweigern wie der Bauherrenwunsch nach Verbesserung der Energiebilanz einer denkmalgeschützten Immobilie. In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Arbeitsfeld der praktischen Denkmalpflege. Es ist gesetzlichen Regelungen unterworfen. Und es orientiert sich an Grundsatzüberlegungen wie der „Charta von Venedig“, die zwar bereits 1964 verabschiedet wurde, aber immer noch allgemeine Anerkennung findet. Es bleibt die Herausforderung, fast in jedem Denkmalprojekt einen neuen Ausgleich durchaus unterschiedlicher Betrachtungsweisen und Interessenslagen herbeizuführen, der in der Öffentlichkeit als angemessenes Ergebnis denkmalpflegerischer Arbeit unserer Zeit wahrgenommen werden kann.