Was ist ein Kulturdenkmal?

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beispielhafte Kulturdenkmäler, Symbolbild

Hinter der Bezeichnung Kulturdenkmal kann sich vieles verbergen. Kulturdenkmäler sind von Menschenhand in vergangenen Zeiten geschaffene Bauwerke oder sonstige Objekte. Sie sind deshalb wichtig, weil sie uns etwas über frühere Phasen der Menschheitsgeschichte erzählen. Ihr Erscheinungsbild überliefert uns Informationen über Baustil, Materialien und Techniken aus der Zeit, in der sie entstanden sind und auch über spätere Veränderungen, die durchaus von denkmalkundlichem Interesse sein können.

Baudenkmäler

Neben Sakralbauten, herrschaftlichen Burgen- und Schlossbauten vom Mittelalter bis in die Barockzeit gelten heute auch bürgerliche Wohnbauten, bäuerliche Hofreiten, Arbeiterwohnhäuser sowie städtebauliche Zeugnisse und kulturlandschaftsprägende Objekte sowie historische Garten- und Parkanlagen als schützens- und erhaltenswert. Als bekannteste Denkmäler Hessens sind z. B. das Auerbacher Schloss, die Dome in Fulda und Limburg oder die Elisabethkirche in Marburg zu nennen. Auch jüngere Bauten der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts können bereits in den Fokus der Denkmalpflege geraten.

Zunehmend an Interesse gewinnen die Bauten der Verkehrs- und Technikgeschichte, z.B. die großen Bahnhöfe in Darmstadt und Frankfurt oder gesamte Bahnstrecken wie die Aartalbahn oder die Odenwaldbahn. Auch große Industriebauten können als wichtige Zeugnisse technischer Entwicklung unter Schutz gestellt werden. Berühmte Beispiele sind das Verwaltungsgebäude der Höchst AG in Frankfurt-Höchst oder die Textilfabrik Salzmann in Kassel.

Bauten und Gesamtanlagen von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung

Auch ganze Stadtensembles können Schutz genießen. Als Gesamtanlagen nach § 2.2.1. sind vor allem historische Altstädte wie Fritzlar, Bad Karlshafen, Alsfeld oder Heppenheim (Bergstraße) bewertet, wobei sich hier der Schutz vor allem auf das äußere Erscheinungsbild erstreckt, sofern es sich nicht um Einzelkulturdenkmäler handelt. In einer Gesamtanlage können auch unbedeutendere Gebäude enthalten sein, die jedoch wichtig für das gesamte Erscheinungsbild sind. Unpassende Störbauten sollten zu gegebener Zeit ersetzt werden.

Kleindenkmäler

Vor allem aus volkskundlichen, religions- und landesgeschichtlichen Gründen werden die zahlreichen Flurdenkmäler erfasst, die sich in Form von Wegekreuzen, Bildstöcken und Grenzsteinen darstellen. Als Elemente einer von Menschen geprägten und überformten Kulturlandschaft kommt ihnen eine ähnlich wichtige Bedeutung zu wie historische Weinbergsanlagen, Trockenmauern, Hohlwegen oder Mühlkanälen.

Ausstattungselemente

Die vielfältige Ausstattung von Gebäuden und Anlagen mit Skulpturen, Mobiliar, Gemälden, Stuckaturen etc., die oft als untrennbare Bestandteile des Ganzen angesehen werden müssen, werden ebenso erfasst.