Die Königsquelle in Bad Wildungen

Die Königsquelle in Bad Wildungen, benannt zu Ehren der Preußenkönige, gilt heute als eine der ältesten mineralhaltigen Quellen der Region.

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Foto: Königsquelle in Wildungen
Die Königsquelle gilt als eine der ältesten mineralhaltigen Quellen der Region. Wiederentdeckt wurde sie jedoch erst im späten 19. Jahrhundert.

Wenngleich eine Tafel an der Quelle den Bad Wildunger Arzt Carl Rörig als Entdecker der Quelle im April des Jahres 1869 preist, so belegen doch in drei Metern Tiefe gefundene Überreste einer hölzernen Einfassung, dass die Quelle schon vor etwa 1000 Jahren genutzt wurde. Auch das Kurwesen in Bad Wildungen lässt sich bereits bis zum frühen 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als erste Nachweise für die Kurnutzung des später als Georg-Victor-Quelle bekannten Stadtbrunnens auftauchen.

Rörig gab der von ihm wiederentdeckten Königsquelle ihre noch heute bestehende Fassung in Form eines achteckigen Baus mit Tambourkuppel, in dessen Innerem die eigentliche Quelle rund eingefasst ist. Das Wasser wird von dort zu einem Becken an der Außenwand des Gebäudes gelenkt. Rörig ließ nicht nur die Quelle fassen, auch Park und Kuranlagen gehen auf ihn zurück. Überstanden hat bis heute nur die 2006 sanierte Königsquelle, zuletzt wurde im selben Jahr das alte Sanatorium nach jahrzehntelangem Leerstand abgerissen.

Mit dem Denkmal des Monats stellen wir Ihnen unter unserem Jahresmotto „Kurorte 2021“ bedeutende Kuranlagen in Hessen vor. Die kunstvoll gestalteten Zentren der hessischen Kurlandschaft waren in früheren Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitswesens und schufen eine heilsame Umgebung, die ganz dem Wohlergehen und dem Müßiggang diente.

Lars Görze M.A., Landesamt für Denkmalpflege Hessen
13.11.2021

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