Der Stahlbrunnen in Bad Schwalbach

Fast 200 Jahre dauerte es, bis der Stahlbrunnen in Bad Schwalbach seine heutige Bedeutung erhalten sollte. Sein Name leitet sich von seinem hohen Eisengehalt her. Der Brunnen mit seiner 1953 etablierten Fassung ist unser Denkmal des Monats Januar.

Bad Schwalbach_HP.jpg

Stahlbrunnen in Bad Schwalbach.
Die heutige Fassung des Stahlbrunnens aus dem Jahr 1953 ersetzt eine frühere Eisenkonstruktion.

Der Stahlbrunnen in Bad Schwalbach ist bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt, wurde aber bis ins 18. Jahrhundert aus Angst vor Ausschlägen nach dem Genuss des Wassers gemieden. Erst nach fast 200 Jahren entdeckten die Bad Schwalbacher die Wirksamkeit der Quelle wieder. Nach Jahrzehnten im Privatbesitz erwarb schließlich Landgraf Constantin von Hessen-Rotenburg die Quelle. Der Landgraf ließ sie fassen und aufgrund ihres hohen Eisengehaltes setzte sich der heutige Name Stahlbrunnen durch. Immerhin handelt es sich hier um eine der eisenhaltigsten Quellen Deutschlands. Die Fassung der Quelle wurde im Lauf des 20. Jahrhunderts mehrfach erneuert, ehe sich die heutige, modern anmutende Form etablierte. 1953 wurde die filigrane Eisenkonstruktion der Überdachung aus dem 19. Jahrhundert in zeitgemäßer Gestaltung durch eine geöffnete Betonscheibe auf Stützen neu interpretiert. 1993 erfolgte eine weitere Sanierung, bei welcher der Brunnen einen neuen Brunnenauslauf erhielt. Das neue Design soll das aus dem Fels tretende Wasser symbolisch mit einer wellenförmigen Messingscheibe widerspiegeln.

Lars Görze, Landesamt für Denkmalpflege Hessen
10.01.2021